Das verflixte 7. Jahr ?

Blogartikel zu meinen verflixten 7. Jahr in der Selbstständigkeit.

Heute melde ich mich mal mit einem ziemlich persönlichen Thema.

Naja, persönlich ist jetzt Ansichtssache. Mich beschäftigt es schon seit einigen Wochen und ich dachte mir es ist jetzt endlich mal an der Zeit es auch anderen mitzuteilen. Es rumort schon eine ganze Weile in mir, vielleicht kannst Du mich ja verstehen oder hast Lust mir einfach mal Deine Meinung dazu mitzuteilen.

Ich habe 2011 mein Gewerbe angemeldet, das sind jetzt 7,5 Jahre. Eine ziemlich lange Zeit in der auch unglaublich viel passiert ist.

Neue Menschen kreuzten meinen Weg, begleiten mich seit dem und sind mir beruflich wie auch privat eine Stütze. Über Gruppen wie die Mompreneurs  fand ich nicht nur Menschen mit denen ich zusammenarbeiten darf, ich fand auch ein tolles Netzwerk von Gleichgesinnten. Viele Märkte und Messen habe ich bereist, diese führten mich von Hannover bis nach Wien. Immer wieder suchte ich neue Stoffe aus, kombinierte wie eine Wilde und bat Kinder sowie deren Eltern um Ihre Meinung und Wünsche. So kamen dann auch immer wieder neue Modelle in den Shop, besonders beliebte Sachen sind seit dem Anbeginn fest im Sortiment verankert.

Und dennoch, nach über 7 Jahren bin ich jetzt ziemlich müde. Ich habe dieses Jahr sogar zwei Messen abgesagt, sogar eine auf die ich mich sonst immer gefreut habe und bei der ich so gerne die Gründerin von  dein-remember-me wieder treffen wollte. Ich werde in diesem Herbst also wie es aussieht nur auf einem einzigen Markt sein, in Ludwigsburg. Das hat für mich auch den Vorteil, dass ich Abends wieder zu Hause bin und nicht in einem Hotel übernachten muss. Auch wenn es manchmal echt toll ist geschäftlich unterwegs zu sein, in den eigenen vier Wänden ist es dennoch am Schönsten.

Aber wie gesagt, ich bin gerade total ausgepowert und schlapp. Die Sachen für den kommenden Herbst/Winter waren bereits einiger Zeit vor der Einstellung in den Shop fertig, da lag ich voll im Zeitrahmen. Aber irgendwie will ich gerade auch was anderes. Nur was? Wo möchte ich hin? Was möchte ich zusätzlich machen? Das Sortiment erweitern? Komplett verändern? Grübel, grübel.

Es schlaucht so sehr, der unsichtbare Rattenschwanz wird gefühlt immer länger.

Nach außen hin sieht immer alles so toll aus. Die meisten denken es ist so easy mit der Arbeit. Schließlich habe ich keinen Chef im Nacken der drängelt, ich kann mir meine Zeit (theoretisch) frei einteilen und Familie und Beruf lassen sich ja so toll vereinbaren. Das stimmt so aber nicht.

Gerne hätte ich manchmal einen Chef der alles organisieren muss wenn ich krank werden sollte (das waren im letzten Jahr mal 4 Tage und das traf mich wie ein Schlag und war einfach nur ein Albtraum) oder mir tatsächlich mal einen Urlaub gönnen möchte. Ein freies Wochenende und auch gedanklich Feierabend, das wäre toll.

Ich möchte mir keine Gedanken um meine Kranken- und Rentenversicherung machen müssen. Man glaubt gar nicht was das monatlich für Posten sind. Holla die Waldfee, ich habe keine Ahnung warum die Renten immer weiter sinken wenn ich mir meine monatlichen Beiträge so ansehe.

Auch verändert sich die Onlinewelt gefühlt jeden Monat und da Schritt zu halten ist echt nicht einfach. Manchmal gerät meine eigentlich Arbeit, die Kleidung, total in den Hintergrund. Der Alltag ist geprägt von Marketing, Onlineshop, SEO und Bürokram. Interessanter Weise macht mir das inzwischen aber auch immer mehr Spaß und ich klicke mich gerne durch die Steuerfragen.

Kennst Du dieses Gefühl?

Ist das so wenn man eine Tätigkeit eine bestimmte zeit lang ausführt? Schleicht sich irgendwie ein Alltagstrott ein und die Randbedingungen ändern sich so, dass man eine zeit lang keine Luft mehr zu bekommen scheint?

Das will ich aber nicht. Ich möchte nach wie vor Montag morgens aufstehen und mich wie ein Kullerkeks auf die Woche freuen. Ich bin so happy das dies bislang immer so war. Andere stöhnten und ich freute mich. Wie bringst Du wieder Schwung und gute Laune in die Arbeit?

Ich werde auf jeden Fall mein Englisch wieder einmal auffrischen. Die Schulzeit ist gefühlt ewig her und mein Englisch ist mehr als eingerostet. Also habe ich demnächst über 2 Monate einen Kurs und darauf freue ich mich schon sehr. In dieser Zeit werde ich dann jedoch bis Mittags weder telefonisch noch persönlich im Studio anzutreffen sein. Das ist aber auch ok so, jeder Mensch sollte sich weiterbilden und nie auf der Stelle treten.

Ich sage zu meiner Tochter immer: “Jammer nicht herum wenn Dir etwas missfällt sondern überlege was du aktiv machen kannst um es zu ändern.”

Und genau das werde ich auch tun bzw. bin schon dabei. Aktiv werden und Schwung in meinen Arbeitsalltag bringen. Heute Nachmittag werde ich z.B. das Schaufenster fit für den Herbst machen. Jaaaaa, richtig gelesen. Die Tage werden wieder kürzer und kälter. Auch wenn mich die Info vom besten Freund meiner Tochter neulich geschockt hat der mir sagte wie sehr er sich auf den Winter und das Rodeln freut, er hat nicht ganz unrecht. Lange wird es wohl nicht mehr dauern.

Ich freue mich auf etwas Feedback und kehre jetzt zurück zu einer Cordhose welche darauf wartet zugeschnitten zu werden.

 

2 Idee über “Das verflixte 7. Jahr ?

  1. Betty/ betus sagt:

    Ach Du Liebe! Mit diesen Gefühlen bist Du garnicht allein!
    Ich finde es total toll, dass Du dies so offen erzählst! Ich schreibe Dir nachher oder die Tage mehr in einer persönlichen Nachricht! Ich denke an Dich und schicke Dir für jetzt erst einmal viele Sonnenstrahlen und Drücker! Betty!

    • Franziska Scherer sagt:

      Ja, es tut wirklich gut zu wissen das es scheinbar fast jedem so geht.
      Ich merke bei der täglichen Arbeit einfach, dass viele denken es sei so einfach und super toll. Ich werde scheinbar nur beneidet. Aber immer so zu tun als sei alles toll und man selber immer im kreativen Flow passt irgendwie auch nicht. Jeder Mensch hat mal gute und weniger gute Tage.

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